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Dez 22, 2010

Design und Migration

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge ist auch bei der kommenden Langen Nacht der Museen vertreten und hat wieder ein spannendes Programm für Nachtschwärmer mit Designfaible aufgestellt.  Diesmal heißt das Thema “Migration”.  In Kooperation mit dem Kreuzbergmuseum werden Objekte gezeigt die Migrationsgeschichte erzählen oder selbst eine Migrationsgeschichte haben. Weiterlesen »

Aug 27, 2010

Halbgötter in Weiß wollten wir werden…

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Das Werkbundarchiv-Museum der Dinge lädt wieder zum Jour fixe. “Gibt es ein Vermächtnis Herbert Hirches?” heißt das Gesprächsthema im September. Der Jour fixe steht im Kontext zur aktuellen Herbert Hirche - Ausstellung “Strahlend Grau”.

Trotz des etwas steif klingenden Titels verspricht der Abend äußerst interessant zu werden, Weiterlesen »

Jun 28, 2010

Die Küche als Labor

Das Museum der Dinge ist eine der spannendsten Ausstellungsorte in Sachen Design. Am 5. Juli lädt das Musem zum Jour Fixe ein, um die Einweihung der “Frankfurter Küche” als Teil der Dauerausstellung zu feiern und vorzustellen.

Die wohl berühmteste Küche der Welt ist kulturgeschichtlich ein wichtiges Zeugnis für die Übertragung von industriellen, d.h. rationalisierten Arbeitsvorgängen in den Bereich des privaten Haushalts – ein zentraler Aspekt für die Moderne Architektur und Alltagskultur der 1920er Jahre. Die Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotsky hat die Küche 1926 als ein Typus entworfen, der 10.000-fach in zahlreichen Varianten in den Frankfurter Siedlungen realisiert wurde.

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Angesichts der steigenden Bevölkerungszahlen und der städtischen Wohnungsnot nach dem 1. Weltkrieg ging es in vielen Wohnungsbauprogrammen um günstigen, effizient und sparsam genutzten Wohnraum mit einer einfachen, preiswerten Ausstattung für große Bevölkerungszahlen. Das vor allem von der SPD unterstützte Siedlungsbauprogramm war politisch motiviert und hatte zum Ziel, die möglichen technischen Standards der Zeit (fließendes Wasser, Hygiene, Gas- und Elektroenergie) auch unteren Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.

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Frankfurter Küche auf einer Originalaufnahme von 1926

Die Frankfurter Küche fand eine große Verbreitung und wurde zum Vorbild für die moderne Einbauküche. Allerdings gibt es nicht die Frankfurter Küche, sondern das Modell erfuhr in der Phase seiner Realisierung in verschiedenen Frankfurter Siedlungen bis 1930 diverse Veränderungen. Die Frankfurter Küche orientierte sich an den Speisewagenküchen in Zügen, wurde auf der Basis taylorisierter Arbeitsabläufe geplant und war rationell und funktional gestaltet. Sie sollte als reine Arbeitsküche in Verbindung mit einem durch eine Schiebetür abtrennbaren Wohnzimmer genutzt werden und ein “Kochbetrieb” oder “Kochlaboratorium” sein.

Das in die Schausammlung des Werkbundarchiv – Museum der Dinge integrierte Exemplar der Frankfurter Küche stammt aus einem Zweifamilien-Reihenhaus im Heidenfeld 24 in der Römerstadt-Siedlung, die 1927/28 entstanden ist.

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Original Schrank aus der Frankfurter Küche mit Schütten

Die Frankfurter Küche gehört zu den Modellen für das “Neue Leben” des “Neuen Menschen”, die in den 20er Jahren eine starke Konjunktur erlebten. In diesen Bestrebungen ist eine Abgrenzung von historisch bestimmten Identitätsanteilen zu erkennen. Bruno Taut lehnt in seiner Schrift “Die neue Wohnung” die Präsenz von Erinnerungsstücken und von jeglichem “historischen Plunder” ab. Die wissenschaftliche Haushaltsexpertin der 1920er und 1930er Jahre Erna Meyer schreibt: “Jetzt geht’s ums Ganze; der neue Mensch sucht seine neue Haut!” Das “sinnlose Chaos” der Welt sollte durch eine “planvolle Ordnung” ersetzt werden. Die Vorstellung vom gesetzmäßigen Aufbau der Wirklichkeit entspricht einer durch den industriellen Produktionsprozess bedingten prinzipiellen Funktionalität und Rationalität. In diese sollten sich sowohl die Gegenstände als auch die Menschen eingliedern.

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Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky

Die eigene Anschauung der realen musealisierten Küche wird gerahmt durch eine sachlich und assoziativ konzipierte und visuell-akustisch präsente Vermittlungsebene mit historischem Bildmaterial, Kommentaren der Entwerferin Margarete Schütte-Lihotsky und Interviews heutiger Erforscher der Frankfurter Küche (realisiert von Moritz Fehr).

Gebrauchsanweisung für eine Frankfurter Küche im Museum

Einweihung der Frankfurter Küche
als Teil der Dauerausstellung

Jour Fixe am am 05. Juli 2010 um 19 Uhr

Werkbundarchiv – Museum der Dinge

Oranienstraße 25

10999 Berlin

info@museumderdinge.de

Mrz 17, 2010

Funktionsprinzipien der Dinge

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Der Berliner Designer Tim Brauns sammelt seit 20 Jahren alltägliche Gebrauchsgüter und Werkzeuge auf Flohmärkten im In- und Ausland. Dabei interessieren ihn bestimmte Gestaltungslösungen und Funktionsprinzipien, die er in den Objekten erkennt und analysiert. Brauns nutzt die Fundstücke als Inspirationsquelle für seine eigene Gestaltungsarbeit, auch durch die Übertragung der in den Dingen erkennbaren konstruktiven Lösungen auf neue Kontexte.

Prinzipien erkennen

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge stellt diese Sammlung aus, um im Vergleich mit den Museumsbeständen die verschiedenen bzw. ähnlichen Sammlungsinteressen und Ordnungsprinzipien erkennbar zu machen. Die drei folgenden Beispiele verdeutlichen die Interessen Brauns: Unter der Überschrift “Alles aus einem Stück” werden Dinge versammelt, die aus einem Material und ohne zusätzliche Verbindungselemente hergestellt sind, wie der aus einem Stück gebogene Haken, Filmscharniere, gedrechselte Objekte, Drahtbiegeteile – homogene Objekte, an denen eine gedankliche Auseinandersetzung mit dem Material ablesbar und eine Raffinesse der Gestaltung spürbar wird.

“Das Scherenprinzip” zeigt ganz unterschiedliche Produkte, z.B. Schere, Korkenzieher, Pastaschneider, Kappkleiderbügel, deren Gestaltung das Scherenprinzip zugrunde liegt, ein übergeordnetes Gesetz, mit dem so unterschiedliche Aufgaben und Funktionen erfüllt werden können wie Verkleinern und Vergrößern, Verlängern und Verkürzen oder die Kraftersparnis. Umgekehrt verhält es sich mit der Sammlung von Reisekleiderbügeln: eine Funktion – der platzsparende Kleiderbügel – wird durch erstaunlich viele verschiedene Prinzipien erreicht. An den Reisekleiderbügeln läßt sich nicht nur die Vielfalt der Prinzipien studieren, Verarbeitung, Material und Beschriftung erzählen auch etwas über zeitliche und lokale Herkunft.

Sammeln und Adaptieren

Die gesammelten Dinge werden zu einem Tableau angeordnet. Darin wird erkennbar wie Brauns die Objekte als Designer befragt. Er nimmt Entstehungszeit, Herstellungsverfahren, Material, Materialverbindungen, Qualität, Marke, Herstellungsland, lösbare Verbindungen, Anwendung, Produktname, Verpackung, Typografie, Patent, Techniken und Ästhetik der Objekte in den Blick.

Wie das offene Depot im Museum der Dinge zeigt auch diese Sammlung Erkenntnismöglichkeiten auf, die im Sammeln, in der vergleichenden Betrachtung und in der Objektanalyse liegen. Der Produktdesigner Tim Brauns ist gelernter Orthopädiemechaniker und hat an der HdK-Berlin und der École des Beaux-Arts in Toulouse studiert. Seit 19 Jahren ist er Mitgeschäftsführer von e27, Berlin. Brauns war vier Jahre lang Professor an der FU-Bozen und nimmt verschiedene internationale Lehraufträge wahr.

Funktionsprinzipien der Dinge – Ausstellung

vom 26. März bis 26. April 2010

Eröffnung am 25. März 2010 um 19 Uhr

Werkbundarchiv – Museum der Dinge Oranienstraße

25 10999 Berlin

Tel.: 030 – 921