Strahlend Grau – Herbert Hirche im Museeum der Dinge
Zum 100. Geburtstag von Herbert Hirche packt das Werkbundarchiv seine Schätze aus: Zeichnungen, Skizzen, Pläne, Briefe und Fotos eröffnen neue Einblicke in das Leben und Werk des Gestalters. Zum ersten Mal werden – neben einer Auswahl seiner Möbel – auch Hirches Studienarbeiten aus dem Unterricht bei Kandinsky und Mies van der Rohe am Bauhaus zu sehen sein ebenso wie frühe Möbelentwürfe aus den 1940er und 1950er Jahren und nicht ausgeführte Varianten des legendären Fernsehgeräts HF 1 für die Firma Braun.
Herbert Hirche war für viele dem Werkbund verbundene Firmen tätig, darunter Wilkhahn, Holzäpfel, Walter Knoll und Wilde+Spieth. Ab 1955 entwickelte er – weit weniger bekannt als Hans Gugelot und Dieter Rams – Musik- und Fernsehmöbel für die Firma Braun, die schon im darauffolgenden Jahr in die serielle Fertigung gingen. Herbert Hirche ist einer der Pioniere des neuen Braun-Designs, mit deren Entwürfen die Firma Braun international Erfolgsgeschichte schrieb.
Der Schwerpunkt der Ausstellung im Museum der Dinge liegt auf der Zeit des Wiederaufbaus in der frühen Bundesrepublik und produktivsten Arbeitsphase des Gestalters.
Hirche war Lehrer an der neu gegründeten Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee. Er plante Anfang der 1950er Jahre eine am Bauhaus orientierte Werkakademie in Mannheim (die nicht realisiert wurde, weil die Landesmittel an die Ulmer Hochschule für Gestaltung gingen) und wurde 1952 an die Stuttgarter Akademie für Bildende Künste berufen als Professor für Innenarchitektur und Möbelbau. Hirche war Mitglied des Rats für Formgebung und wurde – als Ratgeber und Mentor – die “graue Eminenz” des jungen Verbands Deutscher Industriedesigner.
In der Ausstellung “strahlend grau” werden die historischen Entwürfe mit aktuellen materiellen Aneignungen konfrontiert: Lange nahezu in Vergessenheit geraten, werden Hirches Möbel, die teilweise über ein Prototypstadium nie hinausgekommen waren, seit einigen Jahren in Serie produziert und als “Klassiker” vermarktet. Auf der diesjährigen Möbelmesse erhielt die Wiederauflage eines Sessels, den Hirche 1957 für die Interbau entwickelt hatte, den “Classic Innovation”- Preis. Quelle: werkbundarchiv
strahlend grau – herbert hirche zum 100. geburtstag
noch bis 13. September 2010
Museum der Dinge
Werkbundarchiv – Museum der Dinge
Oranienstraße 25
D-10999 Berlin
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